Evangelische Sonntags-Zeitung

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Andacht

Heller Schein in der Dunkelheit

Das göttliche Kindlein

Foto: iStock/jeka 1984

Foto; privatHeike Beck ist ‧Ökumenepfarrerin für das Dekanat ‧Rheingau-Taunus.

Im neuen Jahr wollte ich einmal etwas ganz Verrücktes tun. Den Mount Everest besteigen, mit Fremden auf dem Amazonas schippern. Bis heute habe ich mich nicht mal im Fitnessstudio angemeldet. Der Mensch liebt eben seine Gewohnheiten. Wo nur ist das göttliche Kind in der weihnachtlichen Krippe geblieben, das unser Leben radikal verändern will? Kaum ist es mit den Heiligen Drei Königen wieder in Kisten gepackt, scheint Gott nicht nur für manche Skeptiker wieder unsichtbar geworden zu sein.

Das göttliche Kind aus der Krippe wird in den biblischen Texten bald erwachsen. Im Neuen Testament beschreiben die Evangelisten, wie Jesus in Galiläa predigt und heilt . Hier scheint noch einmal das Licht von Weihnachten auf, heller Schein in der Dunkelheit. Matthäus erzählt im Evangelium für diesen Sonntag, wie Jesus seine Freunde Petrus und Johannes auf einen Berg führt. Vor den Augen der beiden beginnt Jesus zu strahlen, hell wie die Sonne (Matthäus 17,1-9): »Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.« Von diesem lichten Erlebnis spricht der letzte Sonntag nach Epiphanias. Auf einem Berg erkennen die Jünger Jesu als Gottes Sohn.

Licht in unserem Alltag

Ein Strahl von diesem Licht erleben auch wir in unserem Alltag. In meiner Arbeit als Ökumenepfarrerin eröffnen mir Angehörige aus anderen Kirchen und Religionen immer wieder neue Glaubensperspektiven. Pfingstlerische Christen zum Beispiel feiern Gottes Wirken mit Zungenreden und Prophetie und rechnen mit Gottes Heilung von Krankheiten. Angesichts ihrer Euphorie frage ich mich: Erwarte ich überhaupt noch Wunder, und wie könnten sie aussehen?

Eine neue Perspektive können wir auch im Gespräch mit jemandem erhalten, der am Glauben zweifelt. »Ich empfinde mich inmitten von etwas Großartigem, das ich nicht verstehe«, hat eine Agnostikerin mir gegenüber bekannt. Sie konnte mir mit ihrer Begeisterung vermitteln, wie sehr wir angesichts der Zusammenhänge in der Welt der Quantenphysik staunen können. Obwohl sie selbst das nicht Gott nennt, würde sie am liebsten vor lauter Dankbarkeit tanzen. Schöner könnte ein gläubiger Mensch seine Freude angesichts Gottes wunderbarer Schöpfung auch nicht ausdrücken.

Ein neuer Blickwinkel auf die Welt und auf Gott

Um Gott zu erkennen, muss man nicht auf den Mount Everest steigen oder auf übernatürliche Phänomene warten. Es genügt, sich im Gespräch mit anderen hinführen zu lassen zu einem neuen Blickwinkel auf die Welt und auf Gott . Vielleicht kann ich auf einmal etwas sehen, was mir vorher verborgen geblieben ist, und neue Wege beschreiten, damit mein Leben lebendiger wird. Und ein paar alte Gewohnheiten ablegen, weil sie mich lähmen.

Heike Beck

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Bibelwort des Tages

Losung und Lehrtext für Sonntag, 21. Januar 2018
Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen. Psalm 138,2
/Jesus betet:/ Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. Johannes 17,26

Ihr Ansprechpartner

Martin Vorländer
Theologischer Redakteur

Tel.: 069 / 92107-443
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