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Andacht

Der Mensch hat die Wahl

Gut und Böse

Foto: iStockDie Flut kommt, Schutz bietet die Arche. Während die Welt versinkt, können sich Noah, seine Familie und die Tiere auf dem großen Schiff retten. An Land wartet der Neuaufbau. Das ist der Auftrag: die Welt zu gestalten zum Besten der Schöpfung.

Foto: privatPeter Kohlgraf ist der katholische Bischof von Mainz.

Es fängt alles so gut an. Gott schafft die Erde und den Menschen und siehe: Alles ist gut. Gott freut sich über seine Schöpfung, er freut sich über den Menschen. So steht es ganz am Anfang der Bibel im ersten Buch Mose, dem Buch Genesis. Gottes Schöpfung ist gut gemacht, sie steckt voller Wunder, und immer noch spiegelt der Mensch als Ebenbild Gottes die Größe und Schönheit seines Schöpfers wider. Daher hat jeder Mensch Würde, die von Gott kommt. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern. Es gibt keine wertvollen oder weniger wertvollen Menschen. Die Schöpfungsgeschichte kennt noch keine Einteilung der Welt in Länder und Nationen. Sie schaut mit den Augen Gottes auf die Welt, sieht das gemeinsame Haus und dessen Bewohner, Pflanzen, Tiere und Menschen als Einheit. In dieser Welt ist der Mensch zu Großartigem fähig.

Was so gut anfängt, nimmt einen teilweise traurigen Verlauf. Der Mensch zerstört die gottgewollte Einheit der Schöpfung. Die Bibel erzählt vom Essen der verbotenen Frucht im Paradies: »Was der Mensch sieht, will er haben; was seine Freiheit einschränkt, will er beseitigen oder unter seine Gewalt bringen«, interpretierte der Alttestamentler Josef Scharbert. Auch Gottes Gebot kann er nicht akzeptieren. In der Bibel steht, »dass auf der Erde die Bosheit des Menschen zunahm (…)«.

Es kommt soweit, dass es Gott reut, den Menschen gemacht zu haben (1. Mose 6,5f.). Hinter diesen Berichten verbirgt sich nicht nur der Mensch von einst. Es ist auch der Blick auf die Welt heute. Weil der Mensch so großartig geschaffen und mit einer Gott ähnlichen Würde ausgestattet ist, ist der Fall aus der Höhe umso dramatischer. Brudermorde, Bosheit, Krieg, Umweltsünden und vieles mehr zerstören Einheit und Schönheit des gemeinsamen Hauses. Es gibt heute erschreckendere Mittel, es zu schädigen. Der Mensch respektiert keine Grenze, er zerstört das Haus, in dem er mit Tieren und Pflanzen wohnen soll. Ob Gott nicht auch heute manchmal an seinen Menschen verzweifelt?

Wie andere religiöse Überlieferungen auch erzählt die Bibel von Gottes Reaktion. Er schickt eine Flut. Nur Noah, der Gerechte, überlebt mitsamt seiner Familie und verschiedenen Tierpaaren, die sich an Bord eines großen Schiffes, der Arche, befunden haben. Nach Tagen voller Angst sinkt das Wasser. Noah, seine Familie und die Tiere können die Arche verlassen. Schöpfung und neues Leben sind Themen des Sonntags Jubilate. Gott schenkt Zukunft. Die Welt bleibt Auftrag für den Menschen. Es ist das große Geschenk Gottes, dass die Ordnung erhalten bleibt. Gabe und Auftrag: Der Mensch kann etwas gestalten. Er muss sich entscheiden, ob er als Ebenbild Gottes leben will oder sich auf die Seite des Bösen schlägt.

Peter Kohlgraf

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Bibelwort des Tages
Losung und Lehrtext für Samstag, 21. April 2018
Stricke des Todes hatten mich umfangen, ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich! Psalm 116,3.4
Die Jünger weckten Jesus auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille. Markus 4,38-39
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